Arzthaftung bei Schönheitsoperationen: Wann gibt es Entschädigung?

Von | 22. April 2019

Eine Operation ist immer mit gewissen Risiken verbunden. Doch vor allem bei Schönheitsoperationen ist es wichtig, dass sich der Arzt auf jeden Fall an die vorgeschriebenen Aufklärungs- und Informationspflichten hält. Denn wenn diese Verpflichtungen nicht eingehalten werden, haftet der Arzt unter Umständen für die Folgen der Operation.

Schönheitsoperation: wer haftet?

Wenn ein chirurgischer Eingriff nicht medizinisch notwendig ist und vor allem der Ästhetik dient, spricht man von einer Schönheitsoperation. Darunter fallen auch minimalinvasive Methoden, wie die Anwendung von Botox oder das Lasern von Falten. Doch was passiert, wenn der Patient nach der Operation mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist? Grundsätzlich haftet ein Arzt nur dann für die Folgen einer Operation, wenn ein Behandlungsfehler vorliegt.

Ärzte haften bei Behandlungsfehlern

Behandlungsfehler von Ärzten
Behandlungen müssen nach anerkannten fachlichen Standards erfolgen.

Entspricht das Ergebnis einer Schönheitsoperation nicht den Erwartungen des Patienten, ist das noch nicht automatisch ein Fehler des Arztes. Ein Behandlungsfehler ist erst dann gegeben, wenn eine Behandlung nicht nach dem anerkannten fachlichen Standard und nach ärztlichen Behandlungsregeln erfolgt. Das betrifft nicht nur eine fehlerhaft durchgeführte Operation, sondern auch Aufklärungs-, Befunderhebungs- und Diagnosefehler.

Wenn der Patient durch die OP gesundheitlich beeinträchtigt ist und auch nachweisen kann, dass der Schaden durch einen Behandlungsfehler entstanden ist, muss der Arzt haften. Zudem muss geklärt werden, ob das Verhalten des Arztes fahrlässig oder vorsätzlich war. Gerade bei Schönheits-OPs erfolgt ein Behandlungsfehler häufig in Form eines Aufklärungsfehlers.

Aufklärungsfehler

Laut dem Bundesgesetz über die Durchführung von ästhetischen Behandlungen und Operationen (ÄsthOpG ) darf eine ästhetische Operation nur dann durchgeführt werden, wenn…

  • …der Patient umfassend vom Arzt aufgeklärt wurde
  • …die Einwilligung des Patienten schriftlich dokumentiert und datiert ist
  • …eine Frist von mindestens zwei Wochen zwischen Aufklärung und Einwilligung liegt.
Aufklärung durch Arzt
Der Patient muss umfassend vom Arzt aufgeklärt werden.

Die OP selbst darf dann frühestens am Tag nach der Einwilligung durchgeführt werden. Im Zuge der Aufklärung muss der Arzt den Patienten sowohl über die Methode und Tragweite des Eingriffs informieren als auch über mögliche Folgen, Nebenwirkungen, Komplikationen und Nachbehandlungen, sowie über Narbenbildung, Spätfolgen, Gefahren und entstehende Kosten aufklären.

Schadensersatz

Wenn ein Aufklärungsfehler vorliegt, haftet der Arzt für die Folgen, wenn der Patient sonst nicht eingewilligt hätte. Dabei ist es sogar gleichgültig, ob die OP vorschriftsmäßig durchgeführt worden ist. Selbst, wenn also lediglich typische Nachwirkungen aufgrund eines herkömmlichen Operationsrisikos entstehen, haftet der Arzt, wenn der Patient nicht ausreichend aufgeklärt wurde.

In diesem Fall kann der Patient Schadensersatz verlangen und sollte sich möglichst frühzeitig an einen Rechtsanwalt wenden. Ein fachkundiger Rechtsanwalt in Dornbirn kann bei offenen Fragen weiterhelfen und Unterstützung und Beratung bieten.