Haarausfall bei Chemotherapie: Warum?

Von | 31. Dezember 2015

Die Chemotherapie gehört zu den klassischen Behandlungsmethoden bei verschiedenen Krebserkrankungen. Ziel der Behandlung ist, das Wachstum eines bösartigen Tumors zu stoppen und diesen möglichst zu zerstören. Da es sich hierbei um einen massiven Eingriff in den menschlichen Organismus handelt, ist eine Chemotherapie mit teils starken Nebenwirkungen verbunden. Hierzu gehören unter anderem Durchfall, Erschöpfung und leider auch Haarausfall.

Die Wirkung der Medikamente

Haarausfall Chemotherapie

Haarausfall ist eine typische Nebenwirkung einer Chemotherapie

Während einer Chemotherapie werden spezielle Medikamente, sogenannte Zytostatika, eingesetzt. Diese wirken besonders stark auf Zellen, die sehr aktiv sind und sich häufig teilen. Hierzu gehören nicht nur die Tumorzellen, sondern auch Blutzellen, Zellen der Schleimhäute (unter anderem im Magen und Darm) und auch die Zellen der Haarfollikel.

Eine starke Chemotherapie führt in der Regel dazu, dass Patienten den Großteil ihrer Haare verlieren. Betroffen sind die Haare, die sich gerade in der Wachstumsphase befinden – also rund 80 bis 90 % aller Haare, die der Patient besitzt.

Wichtig: Das betrifft nicht nur die Kopfbehaarung. Auch die Haare im Gesicht, im Intimbereich sowie am gesamten Körper fallen während der Chemotherapie aus. Mehr dazu auch beim Krebsinformationsdienst.

Die Haare, die sich gerade in der Ruhephase befinden, werden zunächst nicht angegriffen. Das ändert sich jedoch, sobald sie in die Wachstumsphase kommen. Die Ruhephase dauert (unabhängig von der Chemotherapie) nur wenige Wochen.

Andere Veränderungen der Haare

Auch, wenn Ihre Haare im Zuge der Chemotherapie zunächst nicht ausfallen, hat die Behandlung großen Einfluss auf sie. Die Medikamente schädigen die Struktur der Haare nachhaltig und sorgen dafür, dass sie poröser sind und damit schneller abbrechen. Außerdem wird das Wachstum der Haare unterbrochen.

Wie stark ist der Haarausfall ausgeprägt?

Wann, in welchem Umfang und an welchen Körperstellen die Haare infolge einer Chemotherapie ausfallen, hängt von verschiedenen Faktoren ab und kann nicht pauschalisiert werden. In der Regel beginnt der Haarausfall rund zwei bis vier Wochen nach der ersten Therapie. Allerdings verlieren einige Patienten bereits nach der ersten Sitzung die ersten Haare. Wieder andere überstehen die Chemotherapie ganz ohne Haarausfall.

Auch im Hinblick auf das Ausmaß des Haarausfalls können keine verallgemeinerten Aussagen getroffen werden. Während bei einigen Patienten nur die Kopfhaare ausfallen, sind andere am gesamten Körper und auch im Gesicht betroffen.

Faktoren, die auf das Ausmaß des Haarausfalls Einfluss nehmen, sind:

  • Die Dosierung der Medikamente
  • Die Art der Medikamente
  • Die Anzahl der Behandlungen
  • Das Alter des Patienten

Für die Zeit der Chemotherapie und einige Monate danach vertrauen viele Patienten auf alternative Haarlösungen, um wenigsten ein kleines Mass an Normalität zu wahren. Unternehmen, wie K33 Hairhotel aus Zürich, bieten hierfür spezielle, maßgefertigte Perücken an.

Haarausfall infolge einer Chemotherapie ist eine temporäre Nebenwirkung, die Sie nicht beeinflussen können. Wann und wie stark der Haarausfall eintritt, ist bei jedem Patienten anders. Wird die Behandlung jedoch beendet, wachsen die Haare glücklicherweise wieder nach – und der Tumor ist zu diesem Zeitpunkt vielleicht sogar ebenfalls verschwunden.