Vorsicht vor Feinstaub auf der Baustelle: Gesundheitsrisiken und Lösungen

Von | 12. November 2018

Wo gehobelt wird, da fallen bekanntlich Späne. Und wo gearbeitet wird, fliegt der Staub. Der Staubschutz-Experte Matthias von dustbox.de erklärt, was die Gesundheitsrisiken von Feinstaub auf der Baustelle wirklich sind und wie staubbedingte Berufskrankheiten effektiv verhindert werden können.

Was ist Feinstaub?

Laut Umweltbundesamt bezeichnet man als Feinstaub eine Ansammlung von Partikeln in der Luft, die für eine gewisse Zeit in der Atmosphäre verweilen. Die Kleinstteilchen sind nicht mit bloßem Auge erkennbar. Unterteilt werden sie anhand ihrer Größe. Als PM10 (PM steht dabei für Particulate Matter) sind so beispielsweise Staubteilchen definiert, deren Durchmesser kleiner als 10 Mikrometer ist.

Einstaub Entstehung

Feinstaub entsteht auf Baustellen durch eine Vielzahl von Arbeitsprozessen

Die kleinsten Staubkörner haben einen Durchmesser von weniger als 0,1 Mikrometer. Je kleiner die Teilchen, desto tiefer können sie in die Lunge gelangen. Da die Feinstaubbelastung auf dem Bau bis zu siebzigmal höher ist als im Straßenverkehr, ist hier die Gefahr besonders groß. Der Feinstaub entsteht auf Baustellen durch Arbeitsprozesse, wie das Anrühren und Mischen von Baustoffen, der Abrieb beim Bohren, Schleifen, Sägen oder Fräsen.

Welche Folgen hat er für die Gesundheit?

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind die gesundheitlichen Auswirkungen der unsichtbaren Luftverschmutzung gravierend. Schon zehn Mikrogramm pro Kubikmeter können die Lebenserwartung um bis zu ein halbes Jahr verkürzen.

Staub wird normalerweise eingeatmet und dank der Flimmerhärchen größtenteils sofort wieder abgeschieden. Wenn die Luft mit mikroskopisch feinen Partikeln angereichert ist, ist das an brennenden Augen, einem Kratzen und Brennen im Hals und schließlich Druck auf die Brust und Schmerzen beim Atmen zu spüren. Sogenannte alveolengängige Stäube lagern sich auf den Schleimhäuten in Nase, Bronchien und Rachen ab und können zu chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen führen.

Neben dem Risiko an Asthma zu erkranken und Allergien zu entwickeln steigt auch das Lungenkrebsrisiko schon bei geringen Mengen signifikant an. Feinstaub wird überdies auch mit einem erhöhten Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko in Verbindung gebracht.

Wie kann man sich dagegen schützen?

Staubschutz Maßnahmen

Auf der Baustelle sollten verschiedene Maßnahmen zum Staubschutz getroffen werden

Umso wichtiger ist Schutz gegen Feinstaub vor allem dann, wenn am Arbeitsplatz die Feinstaubbelastung hoch ist. Auf der Baustelle ist es sogar Pflicht, Arbeiter und Umwelt vor Staub, der sich bei Abreiß- und Entkernungsarbeiten nicht immer vollkommen vermeiden lässt, zu schützen. Der Bauherr hat dafür Sorge zu tragen, dass Staub vermieden wird und Immissionen reduziert werden.

Auf der einen Seite geschieht dies durch die regelmäßige Reinigung des Arbeitsplatzes. Dazu gehören beispielsweise staubfreie bzw. staubarme Arbeitsverfahren durch Baumaschinen, die kaum Feinstaub verursachen, aber auch durch professionelle Luftreiniger für die Baustelle, die punktuell genau Dreck und Stäube absaugen und Frischluft zuführen.

Auf der anderen Seite spielen auch persönliche Schutzmaßnahmen eine Rolle. Diese umfassen ordnungsgemäße Arbeits- und Schutzkleidung sowie die arbeitsmedizinische Vorsorge. Regelmäßige Untersuchungen tragen dazu bei, eine mögliche Belastung der Atemorgane frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.