Gynäkomastie nach Hormonstörungen und bei Adipositas

Von | 9. Januar 2015

Gynäkomastie ist der medizinische Begriff für eine vergrößerte Brustdrüse beim Mann. Die Gynäkomastie teilt sich in zwei Gebiete ein, in die sogenannte echte Gynäkomastie, welche ihren Ursprung meistens in Veränderungen des Hormonhaushaltes hat, und der unechten Gynäkomastie, welche durch Adipositas oder Übergewicht herbeigeführt wird.

Echte Gynäkomastie

Bei der echten Gynäkomastie schwillt das männliche Brustdrüsengewebe an und es entstehen Brüste, die denen einer Frau gleichen. Diese werden üblicherweise durch Störungen im Hormonhaushalt verursacht.

Gynaekomastie Adipositas

Nach der Pubertät verschwindet die temporäre Gynäkomastie in den meisten Fällen wieder

In der Pubertät tritt eine Gynäkomastie beispielsweise bei recht vielen Jugendlichen auf und wird durch hormonale Veränderungen hervorgerufen. Diese Gynäkomastie geht aber üblicherweise wieder von alleine, während oder nach Abschluss der Pubertät.

Auch bei Medikamenteneinnahme kann es zu einer Vergrößerung des Drüsengewebes kommen. Dieses schwindet nach Abschluss der medikamentösen Behandlung für gewöhnlich.

Weiterhin können vergrößerte Brüste beim Mann auch durch Schilddrüsen-, Leber- oder Nierenerkrankungen verursacht werden. Entscheidend ist, dass bei der ärztlichen Anamnese die Ursachen der Gynäkomastie gefunden und auch behandelt werden.

Unechte Gynäkomastie

Von unechter Gynäkomastie spricht man bei Adipositas oder Fettleibigkeit. Diese Pseudogynäkomastie entsteht durch erhöhte Fettdepots in den Brüsten des Mannes und kann durch eine Gewichtsabnahme reduziert werden.

Behandlungsformen der Gynäkomastie

Eine Brustvergrößerung selbst stellt keine Krankheit dar, sondern ist Symptom für eine andere Krankheit, welche es zu finden und zu heilen gilt. Die Gynäkomastie an sich benötigt, rein körperlich gesehen, keinen operativen Eingriff.

Allerdings stehen hier Körper und Geist nicht im Einklang. Viele an Gynäkomastie leidende Männer wünschen sich einen operativen Eingriff, um wieder eine normale, männliche Brust aufweisen zu können.

Die an vergrößerten Brustdrüsen leidenden Männer bevorzugen es oft, kleine Narben zu haben, als weiterhin mit einer veränderten Silhouette leben zu müssen.

Brustoperation bei Gynäkomastie

Ein chirurgischer Eingriff bei Gynäkomastie gehört zum Standardprogramm vieler Schönheitskliniken. Dieser eher kleine Eingriff kann sowohl im Dämmerschlaf als auch in Vollnarkose vorgenommen werden.

Ist die Ursache der Gynäkomastie einmal gefunden, reicht es häufig, das überschüssige, lokale Fett in der Brust in einer Liposuktion abzusaugen. Ist die Ursache nicht gefunden oder erwartet man, dass sich das Brustgewebe weiterhin vergrößert, kann mit einem kleinen Schnitt unter dem Warzenhof auch Drüsengewebe entfernt werden.

Diese minimal-invasive Operation ist vor allem für Männer geeignet, die sich gerne sportlich aktiv betätigen und vergrößerte Brüste nicht kaschieren können. Besteht der Verdacht, dass es wegen eines Tumors zu einer Vergrößerung gekommen ist, sollte die Operation nicht durchgeführt werden.